Kraftklub gastierten am Dienstagabend in der Schleyerhalle Stuttgart und haben diese zum ersten Mal vollständig ausverkauft – ein Erfolg, der nach einigen Anläufen endlich feststand. Frontmann Felix hob diese Leistung mehrfach mit stolz hervor – völlig verdient.
Bereits seit Jahren haben sich Kraftklub nun als absoluten Hammer unter den Live Bands etabliert und diesem Ruf standen Sie gestern in nichts nach.

Seit Jahren zählen Kraftklub zu den absoluten Live-Acts, und gestern ließen sie ihrem Ruf erneut Taten folgen. Im typischen Stil der Band begann der Abend um 20:20 Uhr mit dem markanten roten Schriftzug „KRAFTKLUB – STERBEN IN KARL MARX STADT“, der die Schleyerhalle in ein rotes Meer tauchte. Kurz darauf traten die Hauptakteure auf die Bühne, wie gewohnt einheitlich gekleidet: weiße Hosen, weiße Shirts und die ikonischen roten Hosenträger, die inzwischen zum Markenzeichen geworden sind und von vielen Fans als Accessoires gefeiert wurden.




Kraftklub starteten ihr Set direkt mit Marlboro Mann, Ein letztes Mal und All die schönen Worte – drei Songs aus dem aktuellen Album, die die Schleyerhalle sofort in einen Hexenkessel verwandelten und die ersten von unzähligen Moshpits lostaten. Hinter der schlichten Bühne hänt eine riesige LED-Wände, die teils Live-Bilder der Band zeigten.
Nach Ich will nicht nach Berlin, einem Song, der wohl die letzten Hemmungen der Fans fallen ließ, wandte Felix sich nochmal ans Publikum und erzählte, dass sie bereits seit gestern im Ländle sind. Weiter ging es mit Fahr mit mir (4×4), einem Song, den Kraftklub zusammen mit Tokio Hotel veröffentlicht haben.




Einen ersten kurzen Break gab es nach Unsterblich Sein(*), als es kurz dunkel wurde und Felix plötzlich mit einem Eiswagen mitten in die Reihen auftauchte und Merch verschenkte. Kraftklub zeigen sich auch an diesem Abend wie immer sehr Fanah.
Nach diesem Ausflug kam später Young Pepp mit auf die Bühne, der den heutigen Abend für Kraftklub eröffnete. Gemeinsam gaben sie den ECHT Klassiker Du trägst keine Liebe in Dir zum Besten.




Eine Stunde nach Konzertbeginn wurde es dunkel, im Hintergrund lief leise Musik, bis auf der großen Videoleinwand Porky von Deichkind erschien und ein paar Worte an die Fans richtete. Die fünf Chemnitzer schlichen sich auf die B-Stage zwischen 1. und 2. Publikumsbereich, um – umzingelt von unzähligen Fans – drei Songs zu performen. Highlight war hier sicherlich Kein Liebeslied, bei dem die Halle in ein Handylichtmeer tauchte. Felix, Till, Karl, Steffen und Max bahnen sich durch die Fans zurück zur Stage, begleitet von den Stuttgartern, die den Chorus in einem endlos wirkenden Chor zu Schief in jedem Chror mitsangen. Die Verschnaufpause hielt dann auch nur kurz, denn es geht direkt weiter mit Chemie Chemie Ya.




Kippenautomat avancierte zum absoluten Publikumsliebling: Die Stuttgarter wollten den Song nicht enden lassen und forderten mit da-da-da-da-Sprechgesängen mehr. Kraftklub spielten den letzten Part des Songs somit ganze drei Mal ein bevor Felix erklärte, dass der Song genau deshalb im Set nach hinten gerutscht sei. Den ganzen Rest des Abends hallten dieselben Sprechgesänge zwischen den Pausen durch.




Eine Kraftklub-Tradition ist mittlerweile sicherlich auch das Glücksrad, bei dem ein Fan am Glücksrad auf der Bühne drehen darf, auf dem verschiedene Songs stehen zur Auswahl. Unter großem Applaus wurde für Stuttgart Scheissindiedisko gewählt und entsprechend gefeiert.




Wichtige politische Statements gab es ebenfalls am gestrigen Abend: Kraftklub positionierten sich klar gegen die Rechte-Szene sowie gegen Queer- und Transfeindlichkeit.
Mit einem Paukenschlag in Form von Schüsse in die Luft und Randale endete das Hauptset, die Schleyerhalle – oder wie Felix sie gerne nennt SLAYERHALLE – bebte vor Tanz- und Moshtreibern.
Zur Zugabe mischten sich Kraftklub nochmals ins Publikum: Felix und Till erschienen auf der anderen Seite, zwischen den Rängen, und performten mit 500 K einen absoluten Ohrwurm, bei dem auch kein Bein auf dem Boden bleiben kann.




Nach knapp zwei Stunden war Schluss, und Kraftklub entließen die Stuttgarter mit Song für Liam in den Dienstagabend.
Ein letzets Mal neigt sich die große Kraftklub Leuchtreklame von der Decke und unter Applaus, untermalt von Kelly Clarksons Since U been Gone, verneigen sich Kraftklub vor Stuttgart – und Stuttgart vor Kraftklub.
Danke für diesen abermals grandiosen Abend.
Die Setlist:
01. Marlboro Mann
02. Ein letztes Mal
03. All die schönen Worte
04. Ich will nicht nach Berlin
05. Fahr mit mir (4×4)
06. So rechts
07. Unsterblich sein (*)
08. Halts Maul und Spiel
09. Du trägst keine Liebe in dir [ECHT Cover – mit Young Pepp“)
10. Wie ich
B-STAGE
11. Zeit aus dem Fenster
12. Kein Liebeslied
13. Schief in jedem Chor
14. Chemie Chemie Ya
15. Blaues Licht
16. Kippenautomat
17. Scheissindiedisko [GLÜCKSRAD]
18. Fallen in Liebe
19. Schüsse in die Luft
20. Randale
ENCORE:
21. 500 K
22. Wenn ich tot bin, fang ich wieder an
23. Ein Song reicht
24. Song für Liam
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